Jahreslosung 2019

"Suche den Frieden und jage ihm nach!"

Frieden suchen

 

„…suche Frieden und jage ihm nach!“ 

Jeder sehnt sich nach Frieden. Oft klappt das mit dem Frieden-Suchen nicht; wie so oft, wenn wir Vorsätze zum neuen Jahr haben. Schauen wir nur einmal zurück: 

Friedlich war es im vergangenen Jahr nicht in Syrien, im Jemen, in der Ostukraine; nicht in Afghanistan oder auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt. Friedlich war es nicht, als Ausländer gehetzt wurden und nicht, als ein Mädchen von einem Ausländer ermordet wurde. Auch im neuen Jahr werden viele Nachrichten nicht vom Frieden berichten. Trotzdem werden wir aufgefordert: Suche den Frieden und jage ihm nach.

Wo gibt es Friedensgeschichten? Am 23. Mai 2019 wird die Bundesrepublik 70 Jahre alt; 70 Jahre ohne Krieg. Vor 30 Jahren endete der eiserne Vorhang zwischen Ost und West. In meiner Familie bin ich der Erste, der so lange im Frieden leben durfte und nicht in den Krieg ziehen musste. Gerade wir Deutschen haben Anlass, dankbar zu sein und den Frieden weiterhin zu suchen. 

Frieden ist aber mehr als die Abwesenheit von Krieg.

Frieden suchen ist eine Aufgabe. Friede ist da, wo Recht und Gerechtigkeit herrschen, sagt das erste Testament. Friede ist wie Gott: Du siehst ihn nicht und doch ist er da. Gott ist Friede und da wo Frieden ist, da ist Gott. Jesus macht es vor:

Da ist die vermeintliche Ehebrecherin, die von den Pharisäern zu Jesus gebracht wird: Jesus soll sie bloß stellen, wie es die Tradition und vielleicht sogar Gesetze verlangen. Es bahnt sich eine unfriedliche Geschichte an. Aber Jesus antwortet: „wer von Euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein!“ Alle gehen betreten weg. Jesus verurteilt die Ehebrecherin nicht. Jesus redet nicht leichtfertig über einen Menschen, Übel wird aber auch nicht beschönigt: der Frieden hat über das Unheil gesiegt. Damit fängt es ja an: Wie wir von Anderen reden. Suchen wir den Frieden oder suchen wir die Macken der Anderen?

Frieden suchen hat etwas mit der Sprache zu tun. Immer wieder hört man, dass der Umgangston untereinander roher wird. Wir müssen unsere Worte nicht einmal verantworten, weil wir auch anonym Nachrichten verbreiten können. Wer den Frieden sucht, der denkt über seine Worte nach. Wer dem Frieden nachjagen möchte, der bemüht sich um Wahrheit und wählt eine aufbauende Sprache und keine, die zerstört.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes und friedliches neues Jahr 2019

Ihr Pfarrer Immo Wache

Bild zur Jahreslosung: Stefanie Bahlinger, Mössingen; www.verlagambirnbach.de