Corona-Pandemie

Aufgrund der aktuellen Lage müssen alle Gottesdienste, sowie alle im Rahmen der Kirchengemeinde organisierten Zusammenkünfte, mindestens bis zum 30. April 2020 entfallen. Wenn Sie Hilfe benötigen, stehen Pfarrer Immo Wache (Teneriffa Süd und La Gomera /El Hierro), Pfarrer Gerhard Jacobs und Gemeindesekretärin Claudia Ebitsch telefonisch und per E-Mail zur Verfügung (s. Kontakt-Informationen).

 

Hier ein Grußwort von Pfarrer Gerhard Jacobs zu Beginn der Karwoche:

 

Liebe Mitglieder und Freunde unserer Gemeinde!

 

Am Palmsonntag beginnt die Karwoche, zu der ich Sie und Euch herzlich grüße! Eine ernste, wichtige Woche im Kirchenjahr. Gern hätte ich mit Ihnen und Euch am Sonntag und Karfreitag Gottesdienst gefeiert. Da es wegen der Corona-Krise nicht erlaubt ist, möchte ich Ihnen und Euch einige Worte schreiben.

 

In der Karwoche denken wir an die letzten Tage im Leben Jesu. An die Einsetzung des Abendmahles bei der Feier zur Opferung des Passalamms, sein Gebet im Garten Gethsemane, seine Gefangennahme durch den Verrat des Judas, sein Verhör im Palast des Hohenpriesters, die Verleugnung des Petrus, die Überantwortung an Pontius Pilatus und schließlich die grausame Hinrichtung.

 

Sollen wir das jedes Jahr erinnern? Ja! Es zeigt uns, dass Jesus uns in unserem Leid nahe ist, auch jetzt in den Leiden und Ängsten der Corona-Krise.

 

Jesus hat unschuldig die Abgründe und Grausamkeiten, zu denen Menschen fähig sind, freiwillig durchlitten. Und doch will Gott diese menschlichen Abgründe und die Gewalt durch Liebe überwinden – das wird erkennbar zu Ostern.

 

Mit den Worten des Apostels Paulus (2Kor 5,19): “Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.“ Vergebung, Versöhnung ist Liebe. Darum ist das Kreuz das christliche Symbol geworden.

 

Gebet: Jesus Christus, wir stehen unter deinem Kreuz. Du gehst den Weg des Opfers und des Leidens. Du verzichtest auf Macht und lässt dich hineinziehen in das Elend und die Not unseres Lebens. So willst du uns retten. So willst du uns freimachen. Herr, erbarme dich!

 

Lass uns barmherzig miteinander umgehen, auch mit Menschen, die uns unbequem sind und Mühe machen. Herr, erbarme dich!

 

Wir rufen dich an in dieser weltweiten Virus-Krise. Wir bitten dich für die, die krank geworden sind und die Sterbenden mit ihren Angehörigen. Wir denken an das pflegende und ärztliche Personal. Wir bitten dich, lass die Wissenschaftler bald ein wirksames Mittel gegen dieses Virus finden. Herr, erbarme dich!

 

Jesus Christus, wir stehen unter deinem Kreuz. Hilf, dass wir es wagen, deinen Weg zu gehen, den Weg der Liebe und Barmherzigkeit.

 

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

 

Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

 

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Wenn wir ein Gesangbuch zur Hand haben, können wir den großen Choral von Paul Gerhardt lesen und singen (EG 85):

 

O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn,

o Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron,

o Haupt, sonst schön gezieret mit höchster Ehr und Zier,

jetzt aber hoch schimpfieret: gegrüßet seist du mir!

 

P.S.: Bei Nachfragen können Sie mich gern anrufen (922 38 55 24)

Gerhard Jacobs, Pfr.

 

 

Hier ein Brief von Pfarrer Gerhard Jacobs an die Gemeinde zu Beginn der Corona-Krise:

 

Liebe Gemeindemitglieder und liebe Freunde auf Teneriffa-Nord,

 

als Pfarrer in Puerto de la Cruz möchte ich mich an Sie über die Website wenden, da alle kirchlichen Aktivitäten derzeit ruhen müssen und mir von Hausbesuchen zu Ihrem und meinem Schutz abgeraten wurde (EKD).

 

Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation, die Welt scheint aus den Fugen, das Coronavirus erschüttert unser Leben fundamental – wir sprechen und hören zurzeit von nichts anderem. Das öffentliche Leben steht still mit all seinen Konsequenzen. Wir müssen uns an die Vorschriften der Regierung halten, denn es geht um uns alle – um unsere Gesundheit.

 

Gottesdienste, die wir gemeinsam feiern, und die vielen Menschen in dieser turbulenten Zeit Halt geben, müssen bis auf weiteres ausfallen – zu unserem Schutz, und um die Verbreitung des Virus zu stoppen.

 

Zusammenhalten, maßhalten, innehalten, Haltung bewahren, sich auf das Wesentliche besinnen – diese Dinge bekommen ein neues Gewicht.

 

Ich wünsche Ihnen allen, dass wir gemeinsam diese Krise, auch Katastrophe, überstehen. Zu einem Telefongespräch bin ich gern zu jeder Zeit bereit, um mir Ihre Sorgen und Wünsche anzuhören (922 38 55 24).

 

Bleiben sie behütet! Ich grüße Sie mit den Psalmworten: „Herr, auf dich traue ich, lass mich nimmermehr zuschanden werden. Denn du bist mein Fels und meine Burg“ (Psalm 31).

 

Ihr Pfarrer Gerhard Jacobs

 

 

Hier ein Gruß und Erfahrungsbericht von Hartmut Rust:

 

Liebe Gemeindemitglieder in der Obhut der Insel des Ewigen Frühlings Teneriffa und in der Ferne, 

 

nun haben wir die erste Woche der drastischen Verordnung der spanischen Regierung, zu Hause zu bleiben, hinter uns und siehe da, bis auf Anfangsschwierigkeiten gibt es nur wenig Probleme und auch die Menschen halten sich im Wesentlichen daran, nur in dringenden Fällen in den Supermarkt zu fahren und das allein, weil sie sonst von den völlig unaufgeregten Ordnungsorganen charmant darauf hingewiesen werden, dass das der Anordnung widerspricht. 

 

Die Supermärkte, Apotheken, Drogerien und Tankstellen sind organisiert, Hygiene groß geschrieben und das Personal macht einen großartigen Job. Leider sind alle anderen Einkaufsmöglichkeiten untersagt, Hotels und Restaurants geschlossen, letzteres ein Alptraum für jeden Canario/Spanier, der morgens gern sein Desayuno und abends seine Tapas mit Bier oder Wein zu sich nehmen möchte. Aber es gibt keine Revolte und man hofft, dass nach Ostern, und davon geht man hier auf Teneriffa aus, das Leben außerhalb der häuslichen Umgebung wieder möglich ist.

 

So haben die Menschen hier nun die Möglichkeit, sich zu besinnen und mehr Zeit, Kontakte zur Familie und Freunden über das Internet und Telefon zu pflegen, um die Quarantäne glücklich zu überstehen. Dass das auch hier zu Spannungen führen wird ist wohl kaum zu vermeiden, aber zurzeit verläuft das Leben ruhig und diszipliniert.

 

Unser kirchliches Leben ist nun fast zum Erliegen gekommen, dennoch halten unser Pfarrerehepaar Jacobs und Claudia Ebitsch von ihren Homeoffices die Stellung, herzlichen Dank dafür.

 

Passt auf euch auf und seid behütet, der Herrgott segne uns

 

Hartmut Rust