Lichtblicke - hier finden Sie regelmäßig und aktuell die im Wochenblatt erscheinenden Texte unserer Pfarrer

Fridays for Future” - von Pfarrer Immo Wache

 

Fridays for Future” ist in vieler Munde. Nach der Hitzewelle im Sommer 2018

beschloss die 16jährige Norwegerin Greta Thunberg nicht nur persönlich etwas

für den Klimaschutz zu tun, sondern forderte mit einem Schulstreik auch die schwedische

Regierung auf, die Klimaziele einzuhalten. Mittlerweile ist daraus eine weltweite Bewegung

geworden.

 

Gretas Eltern und Lehrer und viele andere sehen den Schulstreik nicht als

geeignetes Mittel für den Appell etwas für den Klimaschutz zu tun.

Dennoch sind sich die meisten, nicht nur jungen Menschen, einig, dass

etwas passieren muss.

 

Eine Frau, die schon mehrere Jahrzehnte auf Teneriffa lebt, sagte mir, dass

sie sich nicht an so lange Dürreperioden im Süden der Insel erinnern kann.

Mehrere tropische Insekten, die das Klima in Deutschland nicht vertragen

haben, sind mittlerweile nördlich gezogen und dort heimisch geworden

und richten beträchtliche Schäden an. Der Meeresspiegel steigt jetzt schon an.

 

Klimaänderungen hat es immer schon gegeben, aber eben noch nie so

rasant wie derzeit. Die Wissenschaftler sind sich einig: Das ist vom

Menschen gemacht!

 

In der Bibel wird erzählt, dass Gott nach der Sintflut beschließt: „Solange

die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer

und Winter, Tag und Nacht!“ (1.Buch Mose Kap. 8,22). Doch was ist, wenn

wir Menschen auf diese Zusage Gottes pfeifen und uns verhalten, als ob

wir uns alles erlauben dürften? Nach uns die Sintflut?

 

Ich habe noch nicht von „Fridays for future“ auf den Kanaren gehört.

Wahrscheinlich sind die Forderungen hier besonders brenzlig: Die

Einnahmequelle Tourismus würde ja wegfallen, wenn die Leute aufs

Fliegen verzichten und Kreuzfahrtschiffe nicht mehr die Häfen anlaufen

würden. Und doch kann man Maßnahmen zum Klimaschutz nicht nur von

den Regierungen dieser Welt fordern, sondern muss überlegen: was kann

ich dazu beitragen?

 

Auf der Homepage von „Fridays for future“ lese ich ein Zitat von Moliere:

Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für

das, was wir nicht tun!“ Und in der Bibel steht: „Seid allezeit bereit zur

Verantwortung vor jedermann, der von Euch Rechenschaft fordert über die

Hoffnung, die in Euch ist!“ (1.Petrusbrief Kap.2,15). Als Christen wissen wir

besonders, was es heißt, Verantwortung für die Schöpfung und die

Menschen nach uns zu übernehmen.

 

Technische Verbesserungen vor allem im Bereich Verkehr sind gut, lenken

aber von einem notwendigen Umdenken von uns Menschen ab. Wenn uns

die Zukunft unserer Kinder wichtig ist, muss man den Mut haben, über

Flug - und Fahrverhalten nachzudenken.; dann gehört Mülltrennen und

besser noch Müll vermeiden zum Selbstverständlichen. Nicht jeder

Wasserhahn muss ständig laufen. Sanfter Tourismus passt nicht mit

knatternden Motoren auf dem Meer oder in den Cañadas zusammen. Und

Wandern ist dann nicht mehr sanft, wenn die Wege voller Taschentücher

sind und Zigarettenkippen achtlos in den Wald geworfen werden.

Kleine Schritte sind nicht viel, aber ohne kleine Schritte kommt nichts in

Bewegung.

 

Nachdenkliche aber herzliche Grüße, Ihr Pfarrer Immo Wache, Teneriffa

Süd