Lichtblicke - hier finden Sie regelmäßig und aktuell die im Wochenblatt erscheinenden Texte unserer Pfarrer

Liebe Leserin, lieber Leser,

kurz vor dem Pfingstfest schreibe ich diese Zeilen. Was feiern wir Pfingsten? Ich versuche, zunächst eine weltliche Antwort zu geben. Wir feiern menschliche Verständigung. Miteinander. Aufeinander zugehen. Aufeinander hören. Gemeinschaft. Gemeinschaft kann nur gelingen, wo wir uns verstehen. Wo jeder das Recht auf freie Meinungsäußerung hat. Wo gemeinsame Lebensregeln anerkannt werden. Wo wir Empathie füreinander entwickeln. Wo keine Lüge das Klima vergiftet. Wo keine fake News in den Umlauf gebracht werden.

Davon kann in der Regierung Putins keine Rede sein – sein rücksichtsloser, zynischer, menschenverachtender Krieg gegen die Ukraine nimmt kein Ende. Er belügt sein Volk und streut unaufhörlich fake News. Und dabei will er bekennender orthodoxer Christ sein.

Pfingsten heißt wörtlich „fünfzig“. 50 Tage nach Ostern ist der Geburtstag der Kirche. Gottes Geist schafft eine Gemeinde, Menschen unterschiedlicher Herkunft und Sprache verstehen sich. Ihre Mitte ist Jesus Christus. Wir vertrauen darauf, dass Gottes Geist Menschen zusammenbringt, Trennungen überwindet, Missverständnisse klären hilft, neue Beziehungen schafft und beim Abschied tröstet. Ja, was wäre unsere Welt ohne diesen Geist, ohne den Atem des Lebens? Es ist, als ob es keine Liebe gäbe. Liebe, die wir zwar nicht beweisen können, die uns aber doch leben lässt. Darum bitten wir ja immer wieder Gott, uns diesen himmlischen Geist zu schenken, damit unsere Gemeinde auf Teneriffa weiterhin miteinander und für andere leben kann.

Für mich hat Pfingsten auch mit der Ökumene zu tun, mit der Gemeinschaft der Kirchen. Da gibt es noch einiges zu tun. Kürzlich las ich einen weiterführenden Satz: „Katholiken und Protestanten sprechen zwei Dialekte einer Sprache.“ Wir sind nicht mehr glaubwürdig, wenn wir uns nicht weiter für einander öffnen. Unsere Mitte ist ja Jesus Christus. Wir müssen für die Welt ein Vorbild sein.

Mit pfingstlichen Grüßen,

Ihr Gerhard Jacobs

 

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