Lichtblicke - hier finden Sie regelmäßig und aktuell die im Wochenblatt erscheinenden Texte unserer Pfarrer

Klug mit Leben und Tod umgehen

 

Jack Oldfield galt als geizig und trunksüchtig. Eines Abends saß Jack in seiner irischen Dorfkneipe. Da kam der Teufel, um ihn zu holen. Jack bot ihm seine Seele an, wenn der Teufel ihm noch einen letzten Drink spendieren würde. Der Teufel willigte ein. Doch da merkte der, dass er kein Geld dabei hatte. So entschied der Teufel, sich selber in die nötige Münze zu verwandeln. Jack reagierte schnell, steckte die Münze in sein Portemonnaie und verschloss es fest. Weil in der Geldbörse aber auch ein Kreuz war, konnte der Teufel sich nicht befreien.

 

Jack bot dem Teufel einen Handel an: „Ich lasse Dich frei, wenn Du mir noch 10 Jahre Leben lässt!“ Der Teufel hatte keine Wahl. – Doch nach 10 Jahren kam der Teufel wieder in die Kneipe, um Jack nun zu holen. Jack bat den Teufel erneut um einen letzten Gefallen: Als Henkersmahlzeit sollte der Teufel ihm einen Apfel pflücken. Der Teufel tat ihm den Gefallen und kletterte auf einen Apfelbaum. Jack zog sofort sein Messer und ritzte ein Kreuz in den Stamm des Baumes. So wurde der Teufel erneut gefangen. Wieder handelte Jack mit dem Teufel: Ich lasse Dich frei, wenn Du meine Seele bis in alle Ewigkeit in Frieden lässt. Auch hier blieb dem Teufel keine Wahl. Jack entfernte das Kreuz und der Teufel zog von dannen.

 

Wenige Jahre später starb Jack. Er bat im Himmel um Einlass. Da er aber ja geizig und eigennützig und hartherzig gewesen war, verwehrte man ihm den Eintritt. Er wurde zur Pforte der Hölle geschickt. Auch dort bekam er keinen Einlass, denn der Teufel hatte ja versprochen, seine Seele nicht zu holen. Der Teufel schickte ihn zurück auf den Weg, der aber kalt, feucht und finster war.

 

Herr lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden!“ heißt es im Psalm 90. Klug ist es, wenn wir die Endlichkeit als Teil des Lebens begreifen. Klug ist es, wenn wir uns mit Angehörigen rechtzeitig um die Fragen des letzten Weges unterhalten und entsprechend vorsorgen. Der letzte Sonntag vor Advent wird auch Ewigkeitssonntag oder im Volksmund Totensonntag genannt. Viele besuchen die Orte der Erinnerung an Verstorbene, zünden eine Kerze an oder kommen im Gottesdienst zum gemeinsamen Gebet.

 

Christlicher Glaube lebt von der Zuversicht, dass wir am Ende unseres Lebens eben nicht heimatlos sein müssen oder vergessen werden. Darauf zu vertrauen ist ebenfalls klug und weise. Das bekannteste Adventslied „Macht hoch die Tür!“ bittet deshalb in der letzten Strophe:

 

Komm o mein Heiland Jesu Christ,

meins Herzens Tür dir offen ist;

Ach zieh mit deiner Gnade ein,

dein Freundlichkeit auch uns erschein.

Dein heilger Geist uns führ und leit

Den Weg zur ewgen Seligkeit!

Dem Namen Dein, o Herr,

sei ewig Preis und Ehr!“

 

Ich wünsche Ihnen allen Klugheit und Gottvertrauen!

 

Ihr Pfarrer Immo Wache

 

 

mehr Lichtblicke aus vergangenen Wochenblättern: