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Erntedank

Mich fasziniert, wie vielfältig das Angebot in unserer Fruteria ist. Vieles kenne ich: Orangen, Kohl, Plátanos, Kräuter. Vieles kenne ich aber auch nicht: Cherimoyas zum Beispiel oder die Canistel. Wenn ich auf das Etikett schaue, sehe ich, dass alles von den Kanaren kommt. Es gibt Früchte und Gemüse scheinbar im Überfluss. Man hat die Qual der Wahl. Die Vielfalt zeugt vom Schlaraffenland! Ernteland! Erntedank.

Und dann grollt die Erde im Scharaffenland, spuckt Feuer aus und lässt Lava rotglühend und unbarmherzig die Hänge von La Palma herunterfließen. Faszinierend sicherlich, aber auch erschreckend: Menschen werden evakuiert, retten das Notwendige. Dann kommt die glühende Masse und zerstört alles: Häuser, Straßen, Infrastruktur, Plantagen, Gärten, Wasserreservoire. Menschen verlieren ihre Existenzen. Mitten im Schlaraffenland; mitten im Ernteland; mitten im Erntedank.

Kann man eigentlich Danken für die Ernte, wenn sozusagen in der Nachbarschaft die Menschen praktisch alles verlieren? Ist das nicht zynisch?

Ich finde, es ist gerade jetzt an der Zeit zu danken! Denn wer dankt, nimmt das Gegebene nicht als selbstverständlich hin. Die Landwirte haben zu allen Zeiten gewusst, dass das, was gesät oder angepflanzt wird, nicht unbedingt auch eine reiche Ernte verspricht. Da spielt das Wetter eine Rolle und das Klima. Dass doch immer etwas geerntet werden kann, ist Grund für den Erntedanktag in der Erntezeit; in Deutschland immer Anfang Oktober. Bei vielen Widrigkeiten kann der Mensch korrigierend eingreifen. Bei Flutkatastrophen oder ausbleibendem Regen und vor allem bei einem Vulkanausbruch wie jetzt auch auf La Palma müssen wir erkennen, dass das Ernteland aber auch erntelos werden kann.

Danken können also die, die ausreichend Nahrung haben. Und zynisch ist dieser Dank nicht, wenn wir - die wir genug zur Verfügung haben - die mitversorgen, die nicht genug haben. Das steht schon in der Bibel. Der Apostel Paulus sammelt z.B. in Griechenland für die Armen in Jerusalem: „Wer sät im Segen, der wird auch ernten im Segen. Ein jeder gibt, wie er´s oder sie´s sich im Herzen vorgenommen hat, nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb!“ (2.Kor.97)

Danken, weil nichts selbstverständlich ist. Geben, weil uns andere am Herzen liegen. Das gehört beim Erntedank zusammen. Wir haben die Gelegenheit dazu, auch im Schlaraffenland, im Ernteland auf den Kanaren am Erntedank, in diesem Oktober.

 

Ayuntamiento Los Llanos

IBAN: ES06 2100 1921 0014 1752

Stichwort "Donación volcán La Palma"

 

Iglesia Evangélica Bautista

Banco Sabadell

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CIF: R 3800080-H

Stichwort "Donación volcán La Palma"

 

Oder mit gleichem Stichwort auf die Konten der Ev. Kirchengemeinde Teneriffa Nord/Süd, wenn Sie eine Spendenbescheinigung für das deutsche Finanzamt brauchen. Wir leiten die Spende weiter.

 

Einen segensreichen Oktober wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Immo Wache

Unterschrift Immo Wache

 

 

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