Weltgebetstag

4. März 2022: Weltgebetstag!

Nachdem wir 2021 coronabedingt nicht feiern durften, war die Vorfreude auf den diesjährigen Weltgebetstag groß. Die Liturgie wurde von Frauen aus England, Wales und Nordirland erarbeitet unter dem Motto „Zukunftsplan Hoffnung“. Wie passend zu der politischen und pandemischen Lage in der Welt! Im Januar und Februar trafen wir uns zu Vorbereitungstreffen, verteilten die Rollen, machten uns über die Speisefolge nach dem Gottesdienst Gedanken, übten die Lieder ein und diskutierten über die Dekoration des Raumes. Schnell war klar: die Landesflaggen kommen diesmal nicht infrage. In England gibt es die meisten Rosenzüchter. Also sollten es Rosen sein als Tischdeko und auch für den Altar. Und so verwandelte Carmen in mühevoller Kleinarbeit verschiedenfarbige Servietten in Rosen, und das in solcher Menge, dass wir verschwenderisch mit dieser Blütenpracht umgehen konnten. Es sah wunderschön aus, so dass wir die Pracht auch für Folgeveranstaltungen präsentierten.

Die „technischen“ Rollen waren schnell vergeben. Elsbeth brachte uns zum Titelbild ihre Gedanken nah, Claudia präsentierte professionell die gastgebenden Länder (kein Wunder, hat sie doch eine Zeit in England gelebt), Lydia und Angelika übernahmen die Aufgaben der Leiterinnen und Lektorinnen und ich die Predigt, den Kollektenzweck (die Link-Cafés, die sich um Frauen in Gewaltsituationen kümmern) erklärte uns Jutta. Was uns vorher überhaupt nicht klar war: in den Ländern gibt es eine enorm hohe Zahl an sexualisierter Gewalt innerhalb und außerhalb der Ehe. Die Rolle von Natalie, die davon berichtet, übernahm Regina. Das war sehr mutig und emotional, danke dafür! Petra erzählte uns die Geschichte von Lina, die selbst auf Mahlzeiten verzichtet, um ihren Sohn und die Enkel zu ernähren. Und dann Emily – dargestellt von Carmen, die uns ihre leidvolle Geschichte von Behinderung und Ausgrenzung nahe brachte.

Dass der „Zukunftsplan Hoffnung“ nicht in Depression endet, liegt an den mutmachenden Gebeten aber vor allem an der Musik, die jeden Weltgebetstag „rockt“. Immo mit seinen mitreißend gespielten Gitarren gelang es, uns die richtigen Rhythmen und den Schwung mitzugeben, und alle sangen begeistert mit. Ein rundweg gelungener Gottesdienst!

Traditionell laden wir nach dem Gottesdienst immer dazu ein, das gastgebende Land auch zu „erschmecken“. Kann das bei englischer Küche gelingen? Ja, es konnte dank unseres Koch- und Backteams mit der Speisefolge: Tomatensuppe mit Minze, Sandwiches mit Eiersalat, wallisischem Zwiebelkuchen, Irish Stew, Scones und wallisischen Keksen.

Ein Erlebnis war das englische Getränk Pimm’s, das Claudia für uns gemixt hat – so eine Art Gurkenbowle – einfach lecker! Dazu gab es noch Guinness und Lagerbier und natürlich Tee. Ich danke von Herzen dem Küchenteam (hoffentlich habe ich keine vergessen): Adele, Elsbeth, Uschi, Hermine, Marianne, Regina, Lydia, Susanne, Elke, Petra, Fernand und besonders Uli. Ihr wart alle super! Und ich danke auch allen helfenden Händen, die dafür sorgten, dass zum Kirchencafé am Sonntag alles wieder blitzblank war. Und ich danke Margrit, die das alles fotografisch festgehalten hat.

Sehr schade war, dass durch das freitägliche Verkehrschaos viele nur verspätet kommen konnten und einige sogar entnervt wieder umkehrten. Aber ich denke, das Durchhalten in den Staus hat sich gelohnt.

Ich freue mich bereits aufs nächste Jahr – Ihr wisst ja, immer der erste Freitag im März. Gastgeberin ist dann Taiwan. Ich hoffe sehr, dass Taiwan dann keine chinesische Ukraine sein wird.


Bleibt behütet, Eure Verena