Pfarrer/Pastor

Unser neuer Pastor: Volker Thiedemann

Volker Thiedemann
Bildrechte: Volker Thiedemann

Mitte Dezember 2018 löste Oberkirchenrat i.R. Volker Thiedemann Hubert Böke als Pfarrer der Nordgemeinde ab. Thiedemann (62) ist Volljurist und Pastor. Bis 2015 war er Oberkirchenrat im Landeskirchenamt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland in Kiel. Vorher war er Pastor in Hamburg und Tansania, danach in Seoul (Südkorea) und in Hongkong.

Geboren und aufgewachsen sind Sie in Hamburg, in Ihrem Berufsleben aber an sehr verschiedenen Orten mit sehr verschiedenen Aufgaben betraut worden. Wie verlief Ihr Weg?

Bevor ich Pastor wurde, studierte ich Jura und war zunächst acht Jahre lang Rechtsanwalt in Hamburg. Nach dem Theologiestudium wurde ich in Hamburg-Wandsbek-Gartenstadt Gemeindepastor. Vier Jahre arbeitete ich im Bereich Schulen und Kindergottesdienst in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania bei Arusha und lernte große Armut und großen Reichtum im Glauben kennen. Von dort rief man mich in das Kirchenamt der Nordelbischen Evangelisch-Luterischen Kirche, wo ich bis 2015 als Oberkirchenrat im Bereich Ökumene und Mission mit fast allem beschäftigt war, was eine deutsche Landeskirche mit anderen Kirchen in Deutschland, in Europa und der Welt verbindet. Besonders herausfordernd war die Zusammenarbeit mit den wieder auferstandenen lutherischen Kirchen in der ehemaligen Sowjetunion, im Baltikum und in Kaliningrad (Königsberg). In der Kirchenpartnerschaft mit der Anglikanischen Kirche und in der Zusammenarbeit mit anderen Kirchen im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen habe ich gelernt, die unterschiedlichen Wege der Kirchen anzuerkennen und sie als Reichtum zu betrachten.

Die letzten drei Jahre schickte sie die EKD nach Seoul und Hongkong. Worum ging es dort?

Auch dort gibt es deutsche Gemeinden, die allerdings weniger als auf Teneriffa von Touristen aufgesucht werden. Sie sind kulturelle und religiöse Heimat für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deutscher Firmen und ihre Familien, für Studentinnen und Studenten und Ehepaare, in denen ein Ehepartner deutsch ist und seine kirchliche Identität nicht aufgeben möchte. Dort ging es mir um Gemeindeaufbau, um Mitgliedergewinnung und Stabilisierung der Gemeinden. Mein Ziel war, die Botschaft des Evangeliums für Menschen von heute, die häufig schon mit dem Glauben abgeschlossen haben oder völlig ahnungslos sind, auf menschlich zugewandte Art lebensnah und glaubwürdig wieder relevant zu machen.

Was haben Sie sich für Teneriffa vorgenommen?

Zunächst einmal genau zuhören, hinschauen und lernen, was den Reichtum der Gemeinde ausmacht, welche Gaben ihre Mitglieder einbringen und wie Gemeinde hier überhaupt funktioniert. Alle Menschen, die sich zur Kirche zählen, ob als Resident, "Schwalbe" oder Urlauber, sind mit ihren Anliegen wichtig, mit ihren Nöten und Sorgen, mit ihrer Sehnsucht nach Gemeinschaft und Geborgenheit und mit ihrer Neugier auf das, was Kirche zu sagen hat. Wenn es gelingt, in der Gemeinde gemeinsam die Schönheit des Glaubens sichtbar zu machen, dann fühlen Menschen sich nicht nur angesprochen und ernst genommen. Sie werden die Gemeinde als einen Ort erleben, wo man Gott nahe kommen und die Sehnsucht nach Sinn stillen und dem auf die Spur kommen kann, was man ein Leben nennt, das gelingt.